Reiche Obsternte trotz Jahrhundert-Dürresommer 2026
Die große Dürre in diesem Jahr setzt besonders jungen Bäumen stark zu wenn das Wasser im Boden aufgebraucht wird. Aber auch den älteren Obstbäumen geht es in den meisten Obstwiesen nicht besonders gut – überall hört man, dass die Bäume vorzeitig die Früchte abwerfen…
Nicht so bei mir - meinen Obstbäumen macht die Dürrehitze in diesem Sommer jedenfalls scheinbar gar nichts aus – sie wachsen und gedeihen wie in anderen Jahren sehr schön und gesund. Geregnet hat es bei mir vom 10. Juni bis Mitte August allerdings nur etwa 30 l/m²! Die Bäume sind zum Großteil hängend voll mit sehr schönem Obst von vielen verschiedenen Sorten – zum Teil ist es allerdings von der Fruchtgröße etwas kleiner. In diesem Jahr bekomme ich auf jeden Fall eine absolute Rekordernte an Winteräpfeln, Das alles alleine zu ernten – ob ich das wohl schaffen werde! Um die Bäume etwas zu entlasten und die Qualität und Fruchtgröße zu steigern, habe ich von manchen Bäumen bereits viele Äpfel heruntergeschüttelt. Insbesondere kleine, wurmstichige und schorfige Äpfel habe ich gepflückt und kompostiert.
In diesem Jahr war es sehr wichti
g, dass ich noch im feuchten Mai beinahe alle Obstbäume mit Grasschnitt reichlich gemulcht habe – mit Mulch bedeckter Boden verliert bis zu 70 Prozent weniger Wasser durch Verdunstung als offener Boden. Eine andere Möglichkeit wäre, den Bewuchs unter den Obstbäumen hoch zu lassen, damit der Boden beschattet ist und sich nicht so aufheizt. Das Schlechteste für die Obstbäume ist ein kurz gemähter Rasen, der sich enorm aufheizt und wo darunter auch die Bodenmikrobiologie am Sterben ist. Auch oberirdisch ist in diesem Falle kein Lebensraum und keine Nahrungsquelle für die Insekten mehr vorhanden.
Ich habe in den letzten 12 Jahren insgesamt über 200 Obstbäume verschiedener Sorten angepflanzt – gegossen habe ich sie trotz Trockenheit noch so gut wie nie! Höchstens bei frisch gepflanzten Bäumen einmal, wenn es mal 1 Monat nicht geregnet hat.
Ab Anfang August lagern bereits über 100 kg hocharomatische Äpfel verschiedener Sorten in meinem alten Gewölbeerdkeller, welche auf dankbare Abnehmer warten. Im Keller ist es auf ganz natürliche Art und Weise recht angenehm temperiert – ohne Klimaanlage.
Da ich zudem nur Bäume auf stark- oder mittelstarkwachsender Veredelungsunterlage gepflanzt habe, können sie sich das Wasser von tiefen Bodenschichten holen. In den meisten Obstplantagen stehen dagegen beinahe ausschließlich Bäume auf schwachwüchsiger Unterlage, die auf Bewässerung angewiesen sind – nach der Ernte kommt das Obst ins künstlich gekühlte Lager – Nachhaltigkeit sieht in Zeiten wie diesen anders aus!
Gott-sei-Dank ist mir im Winter beim Zusammenräumen das Buch von Alwin Seifert „Gärtnern, Ackern – ohne Gift“ in die Hände gefallen, welches meine Omi früher mal von einer Bekannten zugeschickt bekam, aber anscheinend leider nie las.
Alwin Seifert (1890–1972) war Gartenarchitekt und Hochschullehrer. Er gilt als ein früher Vertreter der Ökologiebewegung.
Gleich zu Beginn des Buches ist zu lesen, dass er auf offene Baumscheiben Kompost legte und mit Grasschnitt mulchte. Dadurch wurden die Obstbäume von Schädlingen jeder Art frei und die Früchte hatten an Wohlgeschmack und Haltbarkeit sehr gewonnen – Äpfel hielten im Lager bis ins Frühjahr, ohne dass auch nur einer angefault wäre. Er hatte keine Blütenstecher mehr, keinen wurmstichigen Apfel, und der Geschmack war edler, als er sonst bekannt ist.
In den Nachbargärten standen dagegen genug alte ungepflegte Obstbäume, die nie trugen und voll waren mit Schorf und Monilia.
Jeder Baum in seinem Garten bekam eine offene Baumscheibe mit etwa 1,5 Meter Durchmesser. Diese wurde nie gegraben, aber den Sommer über immer handhoch mit gemähtem Gras abgedeckt. Im Herbst wurde diese Decke allerdings nicht erneuert, damit sich nicht Mäuse ihr Winterquartier darunter einrichten. Im Spätwinter kam auf die Baumscheiben eine 3 cm starke Schicht von verrottetem Kompost. Dieser war hergestellt aus allen Abfällen des Gartens mit einer Zugabe von 10 % lehmiger Erde.
Auf eine Sendung im Bayerischen Rundfunk im Jahr 1955 über sein Verfahren zu sehr gesunden Obstbäumen, bekam er bereits ein Jahr später begeisterte Briefe von Leuten, die das gleiche Verfahren angewandt und schon nach einem Jahr ungezieferfreie Bäume mit schönem Ertrag hatten.
Als er ein paar Jahre später den Bäumen mal keinen Kompost gab und nicht mulchte, hatte er sogleich eine Läuseplage und bei den Äpfeln war die Hälfte wurmstichig.
Alwin Seifert war sich bereits damals sicher, dass es nicht der Kompost oder die Mulchschicht war, welche seine Bäume und andere Pflanzen so gesund und widerstandsfähig heranwachsen ließ, sondern ganz klar das milliardenfache Bodenleben selbst und allein. In einem einzigen Gramm fruchtbarer Erde tummeln sich schließlich Milliarden kleinster Organismen wie Bakterien, Pilze und Einzeller. Dieses komplexe Ökosystem, auch Edaphon genannt, baut Biomasse ab, bildet Dauerhumus und macht die verschiedensten Bodenmineralien pflanzenverfügbar – so ist die Nährstoffversorgung der Pflanzen gesichert.
Mit der festen Überzeugung, dass Kompostgaben und eine Mulchschicht für alle Pflanzen etwas sehr Gutes ist, mulche ich meine Obstbäume bereits seit Beginn der Pflanzung – allerdings meist nur mit jenem Bewuchs rundum der Obstbaumscheiben. Eine Kompostgabe habe ich jeweils nur zur Pflanzung gegeben.
Eine weitere Maßnahme für gesunde Obstbäume ist die reichliche Ausbringung von Biolit-Urgesteinsmehl in den Obstbaumscheiben nach der Ernte und am besten auch auf die frische Mulchschicht. Das Steinmehl fördert die mikrobiologische Umsetzung von Mulchmaterial und stärkt die Pflanzen, dank seines hohen Gehaltes an basischen Silikaten. Mithilfe eines ausgeklügelten technischen Systems wird es vom Hersteller auch mit effektiven Mikroorganismen angereichert. Ich bin mir sicher, dass es insbesondere auch gegen diverse Pilzkrankheiten und Fäulnis der Früchte hilft. Ich bringe davon jährlich etwa 25 x 25 kg bei meinen Obstbäumen aus.
Dank der Förderung des Bodenlebens auf diesem Wege verbessert sich die Qualität meines Obstes von Jahr zu Jahr deutlich. In den ersten Jahren hingen zum Teil noch ziemlich viele faulige, schorfige und von Monilia befallene Früchte auf den Bäumen – zudem waren auch sehr viele wurmstichige dabei. Die Fruchtqualität hat sich nun bereits zusehends verbessert, wofür ich sehr dankbar bin.
In den ersten Jahren hatte ich die Luzerne als Hauptbegrünung im Obstsortengarten – diese wurzelt mehrere Meter tief und wächst trotz extremster Trockenheit immer ohne Probleme (während Graswiesen vertrocknet sind) und bringt massenweise Biomasse zum nachhaltigen und regelmäßigen Humusaufbau.
Nähere Infos zur Luzerne:
Ich halte d
ie Obstbaumscheibe allerdings nicht komplett frei von Bewuchs, sondern achte insbesondere darauf, dass möglichst keine starkwachsenden Gräser in der Baumscheibe wachsen, da diese selber enorm viel Nährstoffe und Wasser verbrauchen. Dagegen sollen hier vorwiegend diverse eher niedrig wachsende Pflanzen gedeihen, welche die Gesundheit des Baumes und das Bodenleben unterstützen.
Das für uns unsichtbare Mikrobiom des Bodens wie Pilze und Bakterien wird eben auch durch einen vielfältigen Bewuchs gefördert.
Pflanzen geben einen Teil der Photosyntheseprodukte in Form von Wurzelexsudaten aktiv an das Bodenmikrobiom ab – jede Pflanze lockt sich durch bestimmte Zuckerverbindungen die Bakterien an. Je vielfältiger die Pflanzengemeinschaften an Tiefwurzler, Flachwurzler und den verschiedenen Blattformen sind, desto vielfältiger ist auch das Bodenleben.
Das Wachstum und die naturgemäße Widerstandskraft der Kulturpflanze gegen Krankheiten sind von der Dichte der Zusammensetzung der Mikroorganismen in den Böden enorm abhängig.
Nähere Infos zu vielfältigen Obstbaumscheiben sind hier auf meiner Webseite zu finden:
https://gesundesleben.online/index.php/obstbaumscheiben
Gesunde Pflanzen sind immun gegen Schädlinge & Krankheiten
Kranke Pflanzen ziehen Insekten und Krankheitserreger überhaupt erst an und ermöglichen dadurch deren Ausbreitung. Diese Erkenntnis konnte bereits 1969 durch Francis Chaboussou nachgewiesen werden und stellt seither eine wesentliche Grundlage der regenerativen Landwirtschaft dar.
Ingrid Hörner erklärt in diesem Video, dass z.B. Läuse einen sehr schnellen Stoffwechsel haben und dringend auf freie Zucker und freie Aminosäuren angewiesen sind. Sie treten demnach dann auf, wenn zu hohe Nitratwerte im Blattsaft sind. Läuse finden ihren Wirt durch das Infrarotspektrum – je nach Nitratwert strahlen die Pflanzen bestimmte Wellenlängen ab. Fliegen nun Läuse oder andere Schadinsekten über Wirtspflanzen, die völlig gesund sind, dann sehen sie einfach nichts!
Gesunde Pflanzen erhält man durch ein stabiles Nährstoffgleichgewicht im Boden und ein vollständiges Bodennahrungsnetz --> Pflanzenernährung durch das Bodenmikrobiom statt aktiver Düngung.
Dr. Christina Jones hat zum Thema Bodengesundheit hier einen sehr informativen Vortrag gehalten.
Zeitlich versetztes Mähen im Obstgarten
In diesem Jahr 2026 hatte ich Gott-sei-Dank erstmals eine ideale Kombination an Mähgeräten für meinen großen Obstgarten zur Verfügung. Zuerst mähte ich den Bewuchs der Baumscheiben mit einem Aufsitzmäher, der auch sehr gut für hohen Bewuchs geeignet ist und das Mähgut liegen lässt. Etwa zwei Wochen später kam ein Bekannter mit einem etwas größerem Mähgerät, welcher die restliche Fläche abmähte und gleichzeitig in einem Behälter auffing. Dieses Mähgut verwendete ich dann noch zusätzlich zum Mulchen meiner Obstbäume, wie auch der Gemüsekulturen. Mit der Handsense habe ich dann nur noch relativ wenig zu mähen. Dieses zeitlich versetzte Mähen ist auch für die verschiedenen Insekten und für die Pflanzenvielfalt sehr wichtig.
Im Frühjahr habe ich, inspiriert durch Alwin Seiferts Buch, erstmals zahlreiche Schubkarren voll Kompost auf den Baumscheiben meiner Bäume verteilt. Genau genommen waren es leider nur ein paar Schaufeln pro Obstbaum, da ich zum einen nicht so viel Kompost zur Verfügung hatte und zum anderen es auch zeitlich nicht schaffte.
So freue ich mich immer wieder sehr über alle Menschen, die dieses Projekt eines vielfältigen und gesunden Gartens auch tatkräftig unterstützen möchten – z.B. beim Mähen, Mulchen, Obsternte etc. – als Dank dafür gebe ich gerne diverse Naturalien aus meinem Garten ab. Insbesondere auch für garteninteressierte Menschen ohne Garten eine besondere Möglichkeit zum Garteln oder einfach um einiges rund um den Garten zu lernen.
Richtiger Erntezeitpunkt von Obst
Ich finde es auch sehr wichtig in mehreren Durchgängen immer nur jenes Obst zu ernten, welches sich bereits leicht vom Baum pflücken lässt. Dieses reif geerntete Obst alter Sorten schmeckt deutlich besser als jenes vorzeitig gepflückte und nachgereifte oder zur Reifung begaste Obst, das wir im Handel finden! Manche Äpfel und Birnen müssen für den vollen Geschmack allerdings noch einige Tage bis Wochen nachreifen – bitte nur jenes Obst essen, welches sich etwas eindrücken lässt – dann sind auch die gesundheitsschädlichen Lektine abgebaut. Manche Äpfel schmecken allerdings nur im knackigen Zustand richtig gut, wie z.B. Grafensteiner, Julia…
Wichtig ist auch, das Obst vor dem Verzehr wegen der Umweltgifte immer gründlich zu waschen – näheres dazu hier: https://gesundesleben.online/index.php/sonstige-dokumente-3/191-gesundes-leben-news-winter-2025#Apfelschalen
Rund um den hohen gesundheitlichen Wert von Äpfel alter Sorten habe ich hier einen umfangreichen Beitrag verfasst: https://gesundesleben.online/index.php/sonstige-dokumente-3/136-gesundes-leben-news-juli-2020
Humus und Durchwurzelung zur verbesserten Wasserspeicherung im Boden
(Der folgende Text ist eine Zusammenfassung zweier weiter unten genannter Web-Artikel)
Humus wirkt im Boden wie ein natürlicher Schwamm: Er besitzt eine extrem hohe Wasserspeicherfähigkeit und kann je nach Zusammensetzung das Drei- bis Fünffache (in manchen Analysen sogar noch mehr) seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Eine Erhöhung des Humusgehalts im Boden um nur 1 % steigert die Wasserspeicherfähigkeit um bis zu 20 Liter Wasser pro Quadratmeter.
- Aufnahme: Bei starken Niederschlägen saugt sich die organische Substanz rasch voll. Das schützt vor Erosion und mindert das Risiko von Überschwemmungen und Oberflächenabfluss, was Wasserschäden auf den Feldern und in angrenzenden Gebieten reduziert.
- Abgabe: In trockenen Phasen gibt der Schwamm die Feuchtigkeit langsam und kontinuierlich an die Pflanzen ab.
Humus ist weit mehr als nur ein Bestandteil des Bodens – er ist das Herzstück eines gesunden und fruchtbaren Bodenökosystems. Humus ist die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Substanz im Boden, dessen Ursprung in pflanzlichen, tierischen und mikrobiellen Quellen liegt. Es ist das Endergebnis eines fortwährenden Prozesses der Zersetzung und Umwandlung organischer Materialien durch Bodenorganismen wie Bakterien, Pilze und Kleinlebewesen.
Humus fördert die Bildung von Bodenaggregaten, die eine lockere und krümelige Struktur mit wertvollen Mittelporen im Boden schaffen, welche das Wasser gegen die Schwerkraft festhalten, aber für Pflanzenwurzeln verfügbar halten. Dies erleichtert auch die Bodenbearbeitung und verbessert die Belüftung des Bodens, was wiederum das Wurzelwachstum und die allgemeine Pflanzengesundheit unterstützt.
Praktische Methoden zur Steigerung des Humusgehalts im Boden
Die besten Maßnahmen zum Humusaufbau sind:
- Kompostgaben von gut verrottetem Wurmkompost
- Mulchen mit verschiedenen organischen Materialien zur Bodenbedeckung
- vielfältiger dauerhafter Bewuchs bzw. Anbau von Zwischenfrüchten und Gründüngung - insbesondere die Integrierung von sogenannten Nährstoffpumpen. Dies sind Pflanzen, die über ihre Wurzeln Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten in ihren Blättern ansammeln und so als nährstoffreicher ständig zu erntender Nährstoffmulch dienen können. Umfangreiche Liste siehe hier: https://pflanzliste.jimdofree.com/pflanzliste/n%C3%A4hrstoffpumpen/
- reduzierte Bodenbearbeitung – möglichst nur 1 bis 2 cm tief um die Kapillaren und das Bodengefüge nicht zu zerstören.
- Agroforstwirtschaft - Die tiefen Wurzelsysteme dieser Pflanzen helfen, den Boden zu lockern und organische Substanz tief in den Boden einzubringen, was die Humusbildung in tieferen Bodenschichten fördert.
Verbesserte Wasserspeicherung durch tiefwurzelnde Pflanzen
Eine verbesserte Bodenstruktur
durch Humusaufbau ermöglicht zudem eine effizientere Durchwurzelung, wodurch Pflanzen besser auf tiefer liegende Wasserreserven zugreifen können. Dies führt zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Trockenstress und unterstützt eine gesündere und nachhaltigere landwirtschaftliche Praxis.
Auf trockenheitsgefährdeten Standorten ist eine rasche Wasserinfiltration im Boden besonders wichtig. Pfahlwurzelpflanzen (Beispiele: Löwenzahn, Bärenklau, Beinwell, Luzerne) bilden Grobporen, die bis in eine Tiefe von mehr als zwei Metern reichen. Sie verbessern dadurch die Wasserversickerung im Boden. Durch Verdichtung wird die Anzahl der Grobporen vermindert. Die Auffüllung der Wasservorräte im Boden bei einem Niederschlagsereignis wird dadurch beeinträchtigt. Folglich sollte eine Bodenverdichtung soweit wie möglich vermieden werden. Die Förderung von Pfahlwurzelpflanzen im Bestand sowie die Erhaltung oder Schaffung einer krümeligen Struktur im Oberboden sind wichtige Maßnahmen, um Trockenschäden in Zukunft zu minimieren.
Die Pflanzenverfügbarkeit des Wassers hängt sehr wesentlich von der Durchwurzelung des Bodens ab. Je gleichmäßiger, intensiver und tiefreichender der Boden durchwurzelt ist, desto mehr Wasser können die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen. Eine geringe Tiefendurchwurzelung ist vor allem auf trockenheitsgefährdeten Standorten ein Nachteil, weil die Wasservorräte in tieferen Bodenschichten und kapillar aufsteigendes Grundwasser für das Pflanzenwachstum nicht genutzt werden. Generell wird durch eine Nutzungsintensivierung vor allem die Durchwurzelung des Unterbodens deutlich reduziert. Die Trockenheitstoleranz von Pflanzenbeständen wird dadurch vermindert. Auf Vielschnittwiesen und Intensivweiden ist durch Verminderung der Nutzungsintensität eine Förderung des Wurzelwachstums möglich. Wenn dadurch die Wurzeltiefe um zehn Zentimeter gesteigert wird, stehen den Pflanzen aus dem Unterboden etwa 20 Millimeter mehr Wasser zur Verfügung. Damit kann der Wasserbedarf der Grünlandvegetation von etwa sieben Tagen gedeckt werden.
Die Trockenheitsempfindlichkeit von Pflanzenbeständen hängt stark von der Nutzungsintensität ab. Eine hohe Nutzungsintensität bewirkt eine niedrige Bestandeshöhe. Dies fördert die Bodenverdunstung und Austrocknung des Oberbodens. Daher sind vor allem Kurzrasenweiden und Vielschnittwiesen besonders stark von Trockenschäden betroffen. Generell sollte während einer extremen Hitze- und Dürreperiode weder gemäht noch intensiv beweidet werden, weil es dann zum „Ausbrennen der Grasnarbe“ kommen kann.
Verwendete Quellen:
https://www.klim.eco/de/artikel/wasserspeicherung-im-boden-humus-als-schluesselelement
https://www.lko.at/mehr-wasser-in-die-b%C3%B6den+2400+3639760
Dieser Beitrag ist hier auch als 5-seitiges PDF zum praktischen Ausdruck online.


